Nachhaltige Gesellschaftspolitik ist besser als Waffenrechtsverschärfung
Das schockierende Verbrechen von Winnenden und Wendlingen hat, wie einige Jahre zuvor der Amoklauf in Erfurt, bei der CDU-SPD-Koalition den bekannten Reflex ausgelöst: Es wird kurzfristig am Waffenrecht herumgedoktert und damit der Bevölkerung vermeintliche Aktivität nachgewiesen – und für die Sicherheit der Menschen nichts erreicht. Kein Gesetz kann schützen, wenn esnicht beachtet wird. Der erfolg-versprechende Ansatz ist eher in einer Verbesserung des Vollzugs bestehenden Rechts und in nachhaltiger Gesellschaftspolitik zu suchen.
Ich lehne einen Generalverdacht und eine Vorverurteilung von Jägern, Sportschützen und Sammlern ab. Lediglich 2 bis 3 Prozent aller bei Straftaten eingesetzten Schusswaffen stammen aus legalem Besitz. Insofern muss die gesellschaftspolitische Frage der Gewalt- bzw. Kriminalprävention vor die Frage der waffenrechtlichen Verschärfungen gestellt werden. Mehr Sicherheit in Deutschland kann vor allem über die Kriminalitätsbekämpfung und –prävention, über die Verbesserung des Vollzugs bestehenden Rechts und die Schaffung eine „Kultur des Hinsehens“ erreicht werden.